Zeitgeschichtliches Archiv

Donnerstag 23 November 2017

Die Weltbühne - Berlin

 

dieweltbuehne

 

Allgemein

 

Zeitungstyp : Wochenzeitschrift
Sitz :
Berlin
Verlag :

Verlag der Weltbühne, Berlin

Erstausgabe :
07.09.1905
Herausgeber : Siegfried Jacobsohn
Erscheinungsweise : wöchentlich
Auflage : ca. 15.000 Exemplare (1927-1933)
Chefredakteur : Hans Leonhard 1946-1967, Hermann Budzislawski 1967-1971, Peter Theek ab 1971

Stand: 08/2014

 

Geschichte

„Die Weltbühne“ erschien am 7. September 1905 zum ersten Mal. Am 4. April 1918 ging sie aus der "Schaubühne", einer vordem reinen Theaterzeitschrift hervor, die sich seit 1913 für wirtschaftliche und politische Themen geöffnet hatte.

Nach dem Tode des Gründers Siegfried Jacobsohn im Dezember 1926 übernahm Kurt Tucholsky die Leitung des Blattes, die er im Mai 1927 an Carl von Ossietzky weitergab. Durch die faschistische Regierung wurde die "Weltbühne" nach dem Reichstagsbrand verboten; am  7. März 1933 erschien sie zum letzten Mal und Ossietzky wurde bis zu seinem Tode 1934 in faschistischen Konzentrationslagern gefangen gehalten. Im Exil wurde die Zeitschrift bis 1939 unter dem Titel „Die neue Weltbühne“ fortgeführt. Nach dem Ende des 2. Weltkrieges erschien die „Weltbühne“ wieder unter ihrem ursprünglichen Namen im sowjetischen Sektor Berlins.

Mit ihren kleinen roten Heften war die „Weltbühne“ in der Weimarer Republik das Forum der radikaldemokratischen bürgerlichen Linken. Rund 2500 Autoren schrieben von 1905 bis 1933 für die Zeitschrift. Dazu gehörten neben Jacobsohn, Tucholsky und Ossietzky auch prominente Journalisten und Schriftsteller wie Lion Feuchtwanger, Moritz Heimann, Kurt Hiller, Erich Mühsam, Else Lasker-Schüler, Erich Kästner, Alfred Polgar, Carl Zuckmayer und Arnold Zweig. Auch Publizisten wie Rudolf Arnheim, Julius Bab, Erich Dombrowski, Axel Eggebrecht, Hellmut von Gerlach, Richard Lewinsohn, Fritz Sternberg und Heinrich Ströbel gehörten zu den wichtigen Mitarbeitern des Blattes.

Die „Weltbühne“ hatte eine relativ geringe Auflage von rund 15.000 Exemplaren, war jedoch publizistisch enorm erfolgreich. (Aufdeckung der „Fememorde“ innerhalb der „Schwarzen Reichswehr“ sowie Berichte über die verbotene Aufrüstung der Reichswehr, die später zum sogenannten „Weltbühne-Prozeß“ führten.) Der damals von Tucholsky geprägte Satz „Soldaten sind Mörder“ führte zu einer Anklage gegen ihn.

 Im Frühjahr 1946 beantragte Ossietzkys Witwe, Maud von Ossietzky, eine britische Lizenz für eine Neuherausgabe, die dann kurzfristig im sowjetischen Sektor Berlins zustande kam. Hans Leonard, der um 1920 bei Siegfried Jakobson volontiert hatte, wurde für zwanzig Jahre Chefredakteur und Herausgeber des Blättchens.  Ursula Madrasch, 1947 als Redaktionsassistentin in das Zweimannunternehmen eingetreten, blieb fast dreißig Jahre lang Stellvertreterin Leonards und seiner Nachfolger Hermann Budzislawski und Peter Theek. Leonard, ein Chefredakteur höchst altmodischen Zuschnitts, lud noch den jüngsten Autor zum ausführlichen Gespräch bei Tee und Keksen ein und sorgte dafür, daß der sich zugehörig fühlte zur Gemeinschaft der „Weltbühne“-Autoren. Dazu gehörten in erster Linie Jean Villain, dessen erste Reportagen noch unter seinem bürgerlichen Namen Marcel Brun erschienen, Peter Edel, Lothar Kusche und Günther Cwojdrak, Jürgen Kuczynski, Lothar Lang, Bruno Frei, Hugo Huppert aus Wien und Helly M. Reifferscheidt mit Münchener Theaterkritiken. In den vierziger Jahren und frühen fünfziger Jahren gehörten Alfred Kantorowicz, Friedrich Luft, Wolfgang Leonhardt oder Gerhard Zwerenz zu den Autoren.

1997 setzten die Zeitschriften „Ossietzky“ und „Das Blättchen“ die Tradition des berühmten Vorbildes fort.

                                                       Quellen: Zweiwochenzeitschrift Ossietzky, Berliner Lesezeichen und Wikipedia

 

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 Foto-Quelle:  Wikipedia

 

Ausrichtung

„Die Weltbühne“ war eine deutsche Wochenzeitschrift für Politik, Kunst und Wirtschaft. 

                                                                                                        Quelle: Wikipedia

 

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